Bienen­freundlich gärtnern – nützliche Tipps für Zuhause

Mithilfe verschiedener Projekte unterstützen wir den Erhalt der Artenvielfalt. Denn Insekten sind wichtige Bestandteile unserer Ökosysteme und besonders Bienen sind wesentlich für die große Auswahl unserer Lebensmittel verantwortlich, indem sie unsere heimischen Nutz- und Wildpflanzen bestäuben.

Auch Sie können zum Schutz der Bienen beitragen. Egal ob im eigenen Garten, auf dem Balkon oder einfach nur im Balkonkasten: Bereits mit geringem Aufwand lässt sich eine pflanzliche Umgebung schaffen, in der sich Wild- und Honigbienen so richtig wohl fühlen. Worauf Sie beim bienenfreundlichen Gärtnern achten sollten und welche Bepflanzung sich am besten eignet, erfahren Sie hier.

Tipp 1: Züchtungen mit gefüllten Blüten vermeiden

Wildblumen

Das wichtigste gleich zu Beginn: Vermeiden Sie gezüchtete Blumensorten mit gefüllten Blüten, wie zum Beispiel viele Rosensorten sowie Geranien- und Petuniensorten. Die sehen zwar schön aus und duften meist auch verlockend, dennoch liefern Sie den Bienen in der Regel keine Nahrung. Der Grund: Bei diesen speziellen Züchtungen besteht die Blumenkrone lediglich aus farbenprächtigen – für die Insekten aber komplett nutzlosen – Blütenblättern. Nektar und Pollen produziert die Pflanze nicht mehr.

Wer den Bienen also etwas Nahrhaftes auftischen will, sollte nach offenen, ungefüllten Blumen, am besten als Wildformen, Ausschau halten. Neben Fächerblumen, Kapuzinerkressen, Verbenen, Glockenblumen, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder duftendem Lavendel sind es auch Margeriten und Sonnenblumen, die sich für Balkone eignen. Genauso wie der „Weiße Willi“ von dem sich Bienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge geradezu magisch angezogen fühlen.

Tipp 2: Das ganze Jahr über ein Buffet für die Bienen und Hummeln schaffen

Kräuter

Die meisten Pflanzensorten blühen nur für eine gewisse Zeit geballt im Frühling. Bienen müssen sich jedoch vom Frühjahr bis in den späten Herbst ernähren. Daher sollte darauf geachtet werden, sowohl früh-, mittel- als auch spätblühende Arten anzupflanzen. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Wildstaudenbeet, in dem von März bis Oktober immer etwas blüht.

So hat auch das Auge etwas von der bienenfreundlichen Bepflanzung: Während Krokusse und Schneeglöckchen den Frühling ankündigen, versprühen Flieder, Nelken oder Lavendel sommerliches Flair. Gemüse und Kräuter können noch über den Herbst ausblühen und bieten den Bienen bis in den Oktober reichlich Nahrung.

Tipp 3: Sortenvielfalt und heimische Arten

Beet

Die Vielfalt im Garten oder auf dem Balkon ist nicht nur wichtig, um den Bienen ganzjährig eine Nahrungsgrundlage zu geben: Viele Wildbienenarten sind auch nur auf bestimmte Gewächse spezialisiert und bei ihrer Pollen- und Nektarsuche daher auf genau diese Pflanzen angewiesen. Je größer also das Angebot an Blumen, Kräutern und Sträuchern, desto wahrscheinlicher, dass für alle wählerischen Insektenarten auch etwas zu finden ist.

Wichtig ist dabei auch, vor allem heimische Gewächse zu verwenden, da sich die Wildbienen an die lokale Flora angepasst haben. Die aus China stammende Forsythie zum Beispiel ist für Bienen trotz ihrer zahlreichen Blüten nutzlos. Stattdessen zu empfehlen: Zierweide, Schlehe, Kornelkirsche oder Süßkirsche. Mit Hecken, Komposthaufen oder Totholzstapeln lässt sich der Lebensraum der Insekten und ihrer Larven zusätzlich bereichern.

Tipp 4: Kräuter, Wildblumen, Obstbäume: ein paar Anregungen

Erdbeeren

Die Anzahl und Vielfalt der Pflanzen, an denen sich Bienen erfreuen, ist riesig. Hier deshalb ein paar Anregungen, die bei der Entscheidung helfen könnten: Wer nicht viel Aufwand möchte, ist zum Beispiel mit pflegeleichten Küchenkräutern wie Salbei, Minze, Koriander oder Thymian gut beraten. In kleinen Blumenkörben finden sie selbst auf dem kleinsten Balkon oder Fenstersims noch Platz. Sogar Erdbeeren lassen sich hervorragend auf dem Balkon pflanzen und bieten Nahrung für Mensch und Insekt.

Farbenpracht versprechen dagegen Wildblumen, Kapuzinerkresse, Wandelröschen, Malve oder Klatschmohn. Hier ist allerdings auch etwas mehr gärtnerisches Talent gefragt. Wer den Platz dafür hat, kann den Bienen auch mit Beerensträuchern (Erdbeere, Johannisbeere, Himbeere, Brombeere) oder Obstbäumen (Apfel, Birne, Kirsche) etwas Gutes tun.

Tipp 5: Geeigneten Unterschlupf gewähren

Bienenhotel

Bienen brauchen nicht nur Nahrung, sondern auch geeignete Nistplätze. Zum Glück kann auch hier schnell Abhilfe geschaffen werden. Aus einer offenen Holzkiste, die mit hohlen Bambus- oder Pappröhrchen gefüllt wird, lässt sich zum Beispiel hervorragend ein Nistplatz für den Garten oder Balkon schaffen.

Achten Sie auch auf Bienenhotels im Handel, die auch wir als Aktionsartikel im Frühjahr anbieten. Sie können die fertigen Bienenhotels direkt aufstellen. Als Bienenhotels taugen aber auch leere Dosen, in die Naturstrohhalme oder Schilfhalme gesteckt werden. Die Dose sollte dann unten mit einer Schicht Gips, Ton oder Heißkleber gefüllt und an einem sonnigen und vor Regen geschützten Platz befestigt werden. Selbst verblühte Pflanzenstängel dienen einigen Bienen als Nist- und Schlafplatz, weshalb man sie im Herbst nicht abschneiden sollte.

Tipp 6: Urban Gardening

Schrebergarten

In Großstädten verfügen nicht alle über einen Balkon oder eine Terrasse, geschweige denn einen Garten. Doch selbst wer bei sich daheim keine direkte Möglichkeit zum Gärtnern hat, kann beim Schutz der Bienen mithelfen – der Trend des Urban Gardening macht es möglich.

Immer mehr öffentliche Räume und Grünflächen – von Dächern und Hinterhöfen bis hin zu Parkanlagen und Schrebergärten – sind so in den letzten Jahren für den Anbau von Obst, Gemüse und Zierpflanzen genutzt worden. Und in diesen gemeinschaftlich und nachbarschaftlich organisierten Projekten lässt es sich natürlich auch prima bienenfreundlich gärtnern.

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