Mit Lebensmitteln richtig umgehen

Bewusste Ernährung bedeutet auch, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen.

Denn häufig schmeißen wir Essbares weg, das eigentlich noch verwendbar gewesen wäre. Bestimmte Obst- und Gemüsesorten schaffen es nicht in die Regale, weil Form, Größe oder Farbe nicht mit den Anforderungen des Abnehmers übereinstimmen. Dabei schmecken sie genauso gut wie ihre perfekt geformten Geschwister. Zeitmangel sorgt zudem dafür, dass die Menschen mehr außer Haus essen und das Wissen in puncto Kochen, Lebensmittelaufbewahrung oder -auswahl tendenziell abnimmt.

Die Folge davon: Viel zu viele Nahrungsmittel werden weggeschmissen. Das wirkt sich auch negativ auf unsere Umwelt aus. Vom Anbau der Nahrungsmittel bis in den Handel werden enorme Mengen an Energie, Wasser und anderen Ressourcen benötigt. 30 Prozent der angebauten Lebensmittel landen schlussendlich im Müll – ein Umstand, der zum Nachdenken anregt. Denn allein in Deutschland sind das jedes Jahr rund elf Millionen Tonnen. Jeder kann etwas tun, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Tipps für den richtigen Umgang mit Lebensmitteln

Beim Einkaufen

  • Überprüfen Sie zunächst Ihre Vorräte und schreiben Sie sich eine Einkaufsliste, bevor es in den Supermarkt geht. So kaufen Sie wirklich nur das ein, was Sie auch verwerten können, und vermeiden es, Dinge zu kaufen, die Sie ohnehin schon zu Hause im Kühlschrank haben.
  • Achten Sie besonders bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Brot darauf, nur in bedarfsgerechten Mengen zu kaufen.
  • Falls Sie kurzfristig, direkt vor einer Mahlzeit, einkaufen gehen, greifen Sie lieber zu den Produkten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft – Sie verbrauchen sie ja sowieso am selben Tag. Außerdem muss auch der Händler seine Lebensmittel mit einem kurzen Haltbarkeitsdatum nicht entsorgen, wenn diese rechtzeitig gekauft werden.

Zu Hause

  • Alle Obst- und Gemüsesorten besitzen eine natürliche Schutzschicht. Sie bewahrt die Feuchtigkeit im Inneren und verhindert das Eindringen von Keimen. Waschen Sie die frischen Vitaminbomben daher immer erst direkt vor dem Verzehr. Für die Lagerung lohnt es sich zudem, Obst und Gemüse in feuchte Tücher zu wickeln – so bleibt es deutlich länger frisch.
  • Die richtige Lagerung der Lebensmittel verlängert nicht nur die Haltbarkeit, sondern ist auch wichtig für den Geschmack. Nicht alles gehört in den Kühlschrank. Zitrusfrüchte beispielsweise sind sehr kälteempfindlich. Ist es zu kalt, verlieren sie ihr Aroma. Außerdem sollten sie einzeln liegen und nicht gestapelt werden, da sie ansonsten zu Schimmelbildung neigen. Andere Lebensmittel wie beispielsweise Brot können im Kühlschrank schnell austrocknen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, werfen Sie häufiger mal einen Blick auf die Lagerungshinweise der Hersteller auf der Verpackung.
  • Wenn Sie wissen, dass Sie nicht alle Lebensmittel verbrauchen können, dann ab ins Gefrierfach damit. Achtung: Nicht alle Lebensmittel eignen sich dafür. So lassen sich beispielsweise rohe Kartoffeln, Blattsalate und besonders wasserreiches Obst und Gemüse nicht einfrieren. Einige verändern ihr Aroma, andere werden körnig oder matschig. Nutzen Sie zum Einfrieren spezielle Behälter, die niedrigen Temperaturen standhalten. Gelangt durch undichte Behältnisse Luft an das Gefriergut, kann Gefrierbrand entstehen, der die Lebensmittel austrocknet und damit ungenießbar macht. Es kann auch helfen, die eingefrorenen Behälter zu beschriften: So sehen Sie bei jedem Blick ins Gefrierfach, was Sie noch vorrätig haben.
  • Wenn Sie übrig gebliebenes Essen gut verpacken (am besten luftdicht in Dosen), können Sie es auch noch ein paar Tage später genießen. Nehmen Sie es mit zur Arbeit oder essen Sie es einfach am übernächsten Tag noch einmal. Auch eine bunte Gemüsesuppe (alles, was fort muss) ist immer wieder ein Genuss, denn darin findet alles Platz, was weg muss. Ob Tomaten, Möhren, Kohl oder Kartoffeln – sie enthalten viele wichtige Vitamine. Bestimmt haben Sie beim näheren Überlegen noch viel mehr kreative Ideen, um Ihre Reste lecker weiterzuverwerten. Und wenn nicht, vielleicht freuen sich auch die Nachbarn über Ihre Lebensmittel, oder Sie machen mit beim Foodsharing.

Im Restaurant

  • Der Nachteil im Restaurant ist, dass man die Größe des Gerichts meistens nicht selbst bestimmen kann. Schaffen Sie die Portion nicht, dann lassen Sie sich das Essen einfach einpacken. Ein „Doggy Bag” kann auch am nächsten Tag noch eine volle Mahlzeit sein, und das Restaurant muss weniger Reste wegschmeißen.
  • Wenn Sie nicht so hungrig sind, dann fragen Sie doch nach halben oder kleineren Portionen. Auch in Kantinen oder Mensen ist das häufig möglich.

Wenn Sie darüber hinaus etwas zur Rettung von Lebensmitteln beitragen möchten, können Sie Übriggebliebenes auch einfach spenden, jedoch nur, wenn es noch originalverpackt ist.
Foodsharing ist eine gute Alternative, wenn Sie unverpackte Lebensmittel abzugeben haben.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

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